Hintergrund


Angesichts der sich aktuell einschneidend verändernden Hochschulstrukturen und der Forderung, die universitäre Ausbildung stärker an Erfordernissen von Arbeitsmärkten und Unternehmen zu orientieren, steigen die Herausforderungen an die Hochschullehre. Mehr und mehr sind innovative Lehr-/Lernkonzepte gefragt, die eine anwendungsorientierte Ausbildung mit akademischer Wissensvermittlung und persönlicher Entwicklung der Studierenden kombinieren können. Vielversprechend erscheinen hier vor allem Lehrformen, die neben dem Erwerb von Fachwissen die Erprobung solcher Inhalte in konkreten Projekten ermöglichen und berufspraktische Erfahrungen bereits während des Studiums vermitteln.


Gleichzeitig wird zunehmend auch die Frage diskutiert, inwieweit Universitäten eine Verantwortung für ihr gesellschaftliches Umfeld übernehmen und den vielbeschriebenen „Elfenbeinturm“ der Wissenschaft verlassen können bzw. sollen. Neben Universitäten als Organisation betrifft diese Diskussion auch und besonders die Lehrenden und die Studierenden.

Im Schnittpunkt beider Debatten finden sich Lehr- und Aktivitätsformen, die universitäre, praxisorientierte Lehre anbinden an ein gesellschaftliches Engagement von Studierenden, z.B. in sozialen, kulturellen oder ökologischen Projekten. Solche Ansätze werden als u.a. „Bürgerschaftliches Engagement an der Hochschule“ und „Service Learning“ diskutiert und seit kurzer Zeit für die (Hochschul-)Lehre erprobt. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Ansätze sich als besonders erfolgreich erweisen und wie diese Methoden den zivilgesellschaftlichen Handlungsspielraum von Universitäten möglichst gewinnbringend nutzen können.

Nach der letztjährigen Tagung zu Service Learning an Universitäten (Universität Mannheim) ist der inhaltliche Schwerpunkt der Konferenz bewusst erweitert und auf das Thema „Universitäten und gesellschaftliche Verantwortung“ gelegt worden. Auf der Konferenz sollen Service Learning und verwandte Lehrformen vorgestellt und in ihren konzeptionellen Unterschiedlichkeiten beleuchtet werden, um handlungspraktische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich die gesellschaftliche Verantwortung von Universitäten in der Lehre umsetzen lässt.