Spot on


Wieso sind psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen und „Burn-out“, im Berufsleben ein immer aktuelleres Problem? Laut der Prognose der WHO (World Health Organization), dass „Depression […] im Jahr 2030 in den Industriestaaten die Volkskrankheit Nr. 1 sein“ wird, sind psychische Erkrankungen sehr viel verbreiteter, als bisher bekannt. Sie führen gerade bei Menschen mittleren Alters zu immer länger werdenden Ausfällen am Arbeitsplatz. Ist es als junger Mensch noch möglich seine Verhaltensweisen schneller zu „korrigieren“, sich besser umzustellen und rasch wieder einsatzbereit zu sein, ist es mit fortschreitendem Alter immer schwieriger alte Verhaltensmuster neu und „gesünder“ umzugestalten.

Um präventiv gegen Depressionen und das weit bekannte Phänomen „Burn-out“ vorzugehen, ist es sinnvoll schon so früh wie möglich das eigene Bewusstsein sowie das Bewusstsein für den eigenen Körper und individuelle Bedürfnisse zu schulen.

Das Projekt „Spot on!“ zielt daher insbesondere darauf ab, das Körperbewusstsein von Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren zu schulen und zu stärken. Unter dem Begriff „Körperbewusstsein“ sind vor allem die eigene Einstellung zu sich, die Körperzufriedenheit und das Selbstbewusstsein gemeint.

Im Rahmen einer nicht repräsentativen Befragung in der Essener Innenstadt hat sich herausgestellt, dass das Interesse der Zielgruppe zum Thema „Gesundheit“ und „Körperbewusstsein“ weitaus geringer ist, als zunächst angenommen. Bei o.g. Befragung hat sich zudem herausgestellt, dass neue Medien Jugendliche mehr ansprechen, denn sie sind modern, aktuell, cool und Bestandteil ihrer Lebenswirklichkeit. Aus diesem Grund legt das Projekt „Spot on!“ primär sein Augenmerk auf das Erarbeiten von Werbespots als Medium, um in einem zweiten Schritt das Bewusstsein für das Thema „Gesundheit“ zu öffnen.

„Spot on!“ soll jungen Menschen die Möglichkeit bieten, im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft in der Schule eigenständig Werbung zu Themen wie „Gesundheit“ und „Ernährung“ zu machen. Begleitet werden sollten sie dabei von schulexternen Theaterpädagogen und Medienexperten, um sich nicht nur mit dem Medium „Werbung“ und gesundheitlichen Themen auseinanderzusetzen, sondern auch Techniken wie Regie, das Filmen und Schauspiel zu erlernen. Sie können so das Neuerlernte eigenständig anwenden, Selbstbewusstsein hinter und vor der Kamera erlangen und Themengebiete autonom und individuell „erobern“.

Die Jugendlichen sollten sich bewusst mit Werbung beschäftigen, um nicht nur ein Gefühl dafür zu bekommen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, sondern auch, um sich mit der Aussagekraft und der manipulativen Wirkung von Werbung im täglichen Leben und dem Körperbild, das dabei vermittelt wird, auseinanderzusetzen. Der eigene Körper und der der Mitmenschen wird durch die Kameralinse anders wahrgenommen, sodass der Sinn für Realität und die verzerrte Darstellung der Medien geschult werden soll. Das gemeinsame Arbeiten vor und hinter der Kamera soll zudem Selbstvertrauen schaffen, damit die jungen Menschen lernen sich selbst zu respektieren und auch einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen.

Um einen Anreiz zu bieten und die Nachhaltigkeit des Projekts zu fördern, könnten die Werbespots vielleicht sogar auf internationaler Ebene auf „Facebook“ oder „Youtube“ veröffentlicht werden und im Wettbewerb gegeneinander antreten.