Citronnect


„Du Döner“, „Du Kartoffel“ und überall fremde Gerüche, wenn der Nachbar kocht.  Auf der Straße wechselt man die Seite, wenn eine Gruppe anders aussehender Jugendlicher entgegenkommt. Duisburg-Hamborn ist ein Stadtteil mit großer kultureller Vielfalt - aber genau hier liegt das so alltägliche Problem: im Zusammenleben verschiedener Kulturen.

Im Laufe des Connect-Workshops wurde im Rahmen einer nicht repräsentativen Umfrage festgestellt, dass die Einwohner Hamborns eine andere Vorstellung von Lebensqualität haben, als eigentlich zuvor angenommen. So führen die kulturellen Unterschiede und die Unwissenheit über die Lebensweise der „Anderen“ zu einer Verfremdung der Bewohner, woraus ein Unbehagen entsteht, das sich teilweise bis zur „Angst vor seinem Gegenüber“ steigert. Ein fehlendes oder eingeschränktes Sicherheitsgefühl im Alltag ist die Folge.

Aus diesem Grund möchte die Projektidee „Citronnect“ genau hier anknüpfen und durch Kommunikation die Integration und Solidarisierung bei den Hambornern fördern. Gemeinsame Aktivitäten sollen Vorurteile beseitigen und helfen, die anderen Kulturen besser kennen und schätzen zu lernen. Hierdurch wird die Lebensqualität in Duisburg Hamborn gesteigert.

Realisieren ließe sich das Projekt mit dem bereits bestehenden, jedoch nicht in dem unten vorgeschlagenen Ausmaß genutzten Jugendzentrums „Zitrone“. Die „Zitrone“ könnte als Basis und Anlaufstelle für all jene dienen, die gerne kommen und sich mit Anderen austauschen möchten. Zunächst könnten überwiegend Kinder und Jugendliche in der Nachbarschaft angesprochen werden, da sie schneller zu erreichen und spielerisch zu begeistern sind. An neue Dinge treten sie meist unvoreingenommen heran. Bald sollten auch die Eltern und Großeltern der Kinder mit einbezogen werden, indem es Veranstaltungen für Erwachsene aller Altersgruppen gibt. Das breitgefächerte Angebot an Aktivitäten könnte u.a. umfassen:

·         Kurse „von mir für dich“, in denen man sich gegenseitig seine Lebensweisen näher bringt.

·         Fußballturniere und andere Sportaktivitäten.

·         Gemeinsames grillen und kochen.

·         Geschichten erzählen, auch Lebensgeschichten.

·         Ein großes Nachbarschaftsessen auf der gesperrten B8.

·         Außerdem sollte eine Internetseite entworfen werden, auf der u.a. Nachbarschaftshilfe gefördert und „Ferienhaus-Surfing“ angeboten wird.

Um dem starren Konzept eines Jugendzentrums entgegen zu wirken könnte ein Event-Truck angeschafft werden. Mit dem großen Truck könnten verschiedene Orte angefahren werden, um noch mehr Menschen zu erreichen und zu verbinden. Auf einer ausfahrbaren Bühne könnten Shows, wie z.B. ein „Battle of Bands“ veranstaltet werden. Über eine Großleinwand könnten gemeinsam Fußballspiele angeschaut werden. Außerdem wäre die regelmäßig Vorführung im Rahmen eines großen Straßenkinos möglich.

Darüber hinaus könnten Fanartikel einen Wiedererkennungswert schaffen, der eine Verbindung auch außerhalb des Jugendzentrums ermöglichen kann. Ein Logo könnte im Rahmen eines Wettbewerbes von Hambornern für Hamborner entworfen und anschließend gewählt werden. So könnten sich durch bedruckte Taschen, T-Shirts und Buttons die Besucher der Zitrone auch auf der Straße wiedererkennen, ins Gespräch kommen und ein interkulturelles Gemeinschaftsgefühl erfahren.

Das bereits vorhandene Jugendzentrum ermöglicht eine gute Realisierbarkeit. Zwar müsste ein Event-Truck angeschafft werden, dieser könnte aber durch die Vermietung an Firmen und Privatpersonen teilweise refinanziert werden.

Durch die Projektidee „Citronnect“ und den daraus resultierenden verschiedenen Maßnahmen, wie dem Jugendzentrum als Anlaufstelle und den regelmäßigen Events, könnten die Bewohner in Hamborn die Kulturen ihrer MitbürgerInnen einfacher kennenlernen und sogar erleben.